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Bild: © Lou Goetzmann, Aqua Viva

10. Februar 2026

Einigung zum Gewässerraum der Thur bei Weinfelden

Nach jahrelangen Verhandlungen liegt für die Thur zwischen Weinfelden und Bürglen eine Einigung zum Gewässerraum vor. Damit kann das Hochwasserschutzprojekt umgesetzt und der Fluss ökologisch aufgewertet werden. Aqua Viva und die weiteren Mitglieder der IG Lebendige Thur sehen die Lösung als tragfähigen Kompromiss, betonen aber den weiterhin grossen Handlungsbedarf entlang des gesamten Flusses.

Die Thur zwischen Weinfelden und Bürglen im Kanton Thurgau ist ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen, zugleich ein Fluss, der bei Hochwasser Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen bedrohen kann. Um beides zu berücksichtigen, plant der Kanton Thurgau seit 2002 ein Hochwasserschutzprojekt – zuerst mit Varianten- und Machbarkeitsstudien, später mit konkreten Bauprojekten.

Das Projekt «Bauprojekt 2014» wurde 2014 vom Grossen Rat genehmigt, verzögerte sich jedoch durch zahlreiche Einsprachen. Ein zentraler Verhandlungspunkt war die Festlegung des Gewässerraums, also der Zone, die der Thur für natürliche Bewegungen zugestanden wird. Besonders strittig war die Linie beim Exerzierplatz in Weinfelden. Erst nach intensiven Verhandlungen zwischen dem Kanton, der Landwirtschaft und Umweltschutzorganisationen, darunter Aqua Viva und weitere Mitglieder der IG Lebendige Thur, konnte nun eine Einigung erzielt werden.

Mit der Festlegung der Gewässerraumlinien wird nicht nur der Hochwasserschutz für die Bevölkerung sichergestellt, sondern auch die Grundlage für ökologische Aufwertungen entlang der Thur geschaffen. Landwirt:innen erhalten Planungssicherheit, der Fluss kann in einem klar definierten Raum revitalisiert werden.

Erster Schritt für die Aufwertung der Thur

Die Umweltschutzorganisationen begrüssen es, dass nach so vielen Jahren endlich eine Einigung erzielt werden konnte. Damit besteht nun die Chance, die dringend nötige Aufwertung der Thur auf diesem Abschnitt konkret anzugehen.

Aus Sicht des Gewässerschutzes hätten wir der Thur gerne noch etwas mehr Raum zugestanden. Ein grösserer Gewässerraum hätte dem Fluss ermöglicht, sich natürlicher zu entwickeln und seine ökologischen Funktionen noch besser wahrzunehmen. Der nun gefundene Vorschlag stellt jedoch einen tragfähigen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Interessen dar, den wir mittragen.

Wichtig ist für uns, dass die ökologische Aufwertung der Thur nicht bei diesem Abschnitt stehen bleibt. Der Handlungsbedarf entlang des gesamten Flusses ist gross. Dort, wo die Interessenlage weniger konfliktbeladen ist, werden wir uns weiterhin für grosszügigere Gewässerräume und naturnähere Lösungen einsetzen – zugunsten lebendiger Gewässer, eines wirksamen Hochwasserschutzes und einer intakten Flusslandschaft.

Kontakt

Christian Hossli

Christian Hossli

Projektleiter Gewässerschutz, Geschäftsführer IG Lebendige Thur

+41 52 510 14 55

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